Grenzen setzen, ohne dass es jedes Mal Streit gibt
Wer ständig schimpft, wird überhört. Wer selten schimpft, aber verlässlich bleibt, wird gehört. Das ist der ganze Unterschied.
1 Min. Lesezeit · Zuletzt geprüft am 27.07.2026 · Kinderschutzbund Xanten/Sonsbeck
Wenige Regeln, die wirklich gelten
Drei Regeln, auf die Verlass ist, wirken mehr als zwanzig, über die täglich verhandelt wird. Suchen Sie sich aus, was Ihnen wirklich wichtig ist — meist sind das Sicherheit, Umgang miteinander und feste Zeiten wie Essen und Schlafen.
Alles andere darf verhandelbar sein. Kinder, die an kleinen Dingen mitentscheiden dürfen, fügen sich bei den großen leichter.
Ankündigen statt drohen
Eine Drohung ist eine Folge, die man nicht einhalten will. „Dann fahren wir eben nie wieder in den Urlaub“ ist eine Drohung — und Ihr Kind weiß das.
Kündigen Sie stattdessen etwas an, das Sie tatsächlich tun werden, das klein genug ist und sofort kommt: „Wenn der Ball wieder im Wohnzimmer fliegt, kommt er bis morgen weg.“ Dann einmal fliegt der Ball — und der Ball ist weg. Ohne Vortrag, ohne Wiederholung.
Das erste Mal ist unangenehm. Ab dem dritten Mal glaubt Ihr Kind Ihnen, und Sie müssen viel seltener eingreifen.
Warum Nachgeben teuer ist
Wenn ein Nein nach zehn Minuten Quengeln doch ein Ja wird, hat Ihr Kind gelernt: Quengeln funktioniert, es dauert nur zehn Minuten. Beim nächsten Mal wird es fünfzehn versuchen.
Deshalb lieber vorher kurz nachdenken und dann beim Nein bleiben — oder gleich Ja sagen. Ein schnelles Ja ist besser als ein weichgekochtes Nein.
Wenn es trotzdem eskaliert
Im Wutanfall ist kein Kind ansprechbar. Erklärungen, Fragen und Strafen erreichen es in dem Moment nicht. Bleiben Sie in der Nähe, bleiben Sie ruhig, sagen Sie wenig. Geredet wird hinterher.
Wenn Sie selbst kurz davor sind, laut zu werden: Raum verlassen, wenn das Kind sicher ist. Das ist kein Versagen, sondern die bessere Entscheidung.
Häufige Fragen
Sind Strafen sinnvoll?
Folgen, die mit der Sache zu tun haben, wirken. Strafen, die nichts damit zu tun haben, wirken nicht — sie erzeugen nur Wut. Körperliche Strafen sind verboten und schaden nachweislich.
Was, wenn die Eltern sich uneinig sind?
Das merken Kinder sofort und nutzen es. Einigen Sie sich unter vier Augen auf wenige Regeln, die beide mittragen — und tragen Sie den Rest nicht vor dem Kind aus.
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