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Wenn das Baby viel schreit: was Eltern jetzt hilft

Ein Baby, das sich nicht beruhigen lässt, bringt Eltern an eine Grenze, die vorher niemand beschrieben hat. Sie sind damit nicht allein — und Sie machen nichts falsch.

2 Min. Lesezeit · Zuletzt geprüft am 27.07.2026 · Kinderschutzbund Xanten/Sonsbeck

Wann man von einem Schreibaby spricht

Als Faustregel gilt die sogenannte Dreierregel: mehr als drei Stunden am Tag, an mehr als drei Tagen in der Woche, über mehr als drei Wochen hinweg. Etwa jedes fünfte Baby schreit in den ersten Monaten so viel.

Wichtiger als jede Zahl ist aber, wie es Ihnen damit geht. Wenn Sie am Ende Ihrer Kräfte sind, ist das Grund genug, sich Unterstützung zu holen — unabhängig davon, wie lange das Baby tatsächlich schreit.

Erst zum Kinderarzt

Bevor alles andere überlegt wird, gehört ein Baby, das anhaltend schreit, einmal untersucht. Körperliche Ursachen wie eine Kuhmilchallergie, Reflux oder eine Blockade der Halswirbelsäule lassen sich behandeln — und sollten ausgeschlossen sein, bevor Sie an sich selbst zweifeln.

Sofort in die Praxis oder Klinik gehört Ihr Kind bei Fieber, Erbrechen, auffallender Blässe, Trinkverweigerung oder wenn das Schreien plötzlich ganz anders klingt als sonst.

Was im Alltag oft hilft

Weniger Reize sind fast immer besser als mehr. Gedämpftes Licht, wenig Geräusche, keine wechselnden Besucher. Viele Babys beruhigen sich durch gleichmäßige Bewegung — im Tragetuch, beim Gehen, im Kinderwagen.

Hilfreich ist außerdem ein einfacher, immer gleicher Tagesrhythmus. Nicht als starrer Plan, sondern als wiederkehrende Reihenfolge: wach, satt, ruhig, schlafen. Überreizte Babys verpassen ihr Müdigkeitsfenster leicht und schreien sich dann in die Erschöpfung hinein.

Und: Es ist völlig in Ordnung, das Baby für ein paar Minuten sicher im Bett abzulegen und den Raum zu verlassen, wenn Sie merken, dass Ihnen die Geduld ausgeht. Ein schreiendes Baby im Bett ist ungefährlich. Ein Elternteil am Anschlag ist es nicht.

Wo Sie Entlastung bekommen

Wir begleiten Familien mit Schreibabys — in Gesprächen, mit praktischen Hinweisen und manchmal einfach dadurch, dass jemand zuhört, der die Situation kennt. Dazu kommen Trage- und Stillberatung, wenn das Thema dort mit hineinspielt.

Rufen Sie an, auch wenn Sie nur reden wollen. Wir bewerten nichts.

Häufige Fragen

Verwöhne ich mein Baby, wenn ich es ständig trage?

Nein. Ein Baby in den ersten Monaten lässt sich nicht verwöhnen. Nähe und Zuwendung sind das, was es braucht, um Sicherheit aufzubauen.

Wann hört das auf?

Bei den meisten Babys lässt das Schreien ab dem dritten bis vierten Monat deutlich nach. Das hilft im Moment wenig, ist aber eine verlässliche Aussicht.

An wen kann ich mich nachts wenden?

Rund um die Uhr erreichbar ist das Elterntelefon unter 0800 111 0 550, kostenlos und anonym. Bei akuter Sorge um Ihr Kind wählen Sie den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter 116 117 oder im Notfall die 112.

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